Sonntag, 2. November 2014

Spiegel-Online - fest in feministischer Hand?


Früher fand man auf Spiegel-Online zumindest hin und wieder auch Feminismus-kritische Artikel. Seit jedoch zu Beginn dieses Jahres eine weibliche Chefredakteurin (Barbara Hans) berufen wurde,
gab es praktisch keinen mehr. Daher stellte sich mir die Frage, ob Spiegel-Online - wie andere Medien - inzwischen fest in feministischer Hand ist. Ich habe mir daher vorgenommen, mal einen Monat lang die Artikel von Spiegel-Online in Bezug auf Männerdiskriminierung und Frauenbevorzugung zu beobachten. Einen Monat lang werde ich also alle Artikel, die dort erscheinen und etwas mit diesen Themen zu tun haben dokumentieren und kommentieren.

Folgende Themen sind dabei z.B. für mich relevant:
- Bevorzugung von Frauen (z.B. Frauenquote)
- Frauen als Opfer unter der Betrachtung, dass männliche Opfer ignoriert werden.
- Wie toll doch Frauen im Angesicht der Gefahr sind
- Angebliche Benachteiligungen von Frauen
- Lächerlichmachen von männlichen Problemen und Forderungen usw. usf.

Der erste November fing gleich gut an:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/boko-haram-in-nigeria-terror-fuehrer-dementiert-waffenruhe-a-1000491.html

Die Schlagzeile auf SPON dazu lautet: "Zweihundert Mädchen zwangsverheiratet".

Obwohl der Link sich eher auf die Weigerung des Terroristenführers bezieht, die Waffenruhe anzuerkennen, ist die Schlagzeile auf die Zwangsverheiratung der Mädchen gemünzt. Mit nicht einem Wort wird erwähnt, dass Boko Haram in dem Zeitraum hunderte von Jungen und Männer getötet hat.
Aber das Schicksal der Mädchen wird natürlich in den Vordergrund gerückt.

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Der zweite Artikel ist der einer deutschen Nonne, welche im Krisengebiet tätig ist.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kampf-gegen-is-deutsche-nonne-hilft-im-irak-und-in-syrien-a-999773.html

Auch hier wird der Einsatz einer Frau in den Vordergrund geschoben, deren "besondere Sorge" - neben dem Schicksal aller betroffenen - natürlich Frauen gilt, nämlich den 4000 Frauen, welche von
der IS als "Sexsklavinnen" missbraucht werden. Zusätzlich wird natürlich auch erwähnt, dass viele sich nicht trauen, zu ihren Familien zurück zu kehren und der Selbstmord von 40 Frauen darf auch
nicht unerwähnt bleiben. Männlich Opfer werden nur allgemein erwähnt wie im Beispiel der abgeschlachteten christlichen Familie. Das es hunderte von männlichen Helfern diverser Hilfsorganisationen gibt - nicht erwähnenswert.

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Schließlich der dritte frauenbezogene Artikel des Tages - Ausnahmsweise mal von Sibylle Berg (/Ironie off)

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-ueber-gleichberechtigung-in-der-literaturbranche-a-999984.html

Natürlich kann Frau sich noch so anstrengen, laut Frau Berg benötigt sie immer ihren Körper und damit vollen Körpereinsatz (mach dich nackig, Mädel!) um Aufmerksamkeit zu erregen und um Erfolg zu haben, Leistung zählt ja wie bekannt bei einer Frau in unserer männerdominierten Welt ja nicht. Oder will sie damit eine Möglichkeit aufzeigen, wie man auch als erfolglose Frau Erfolg hat?

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Und weiter geht die Bombardierung mit derartigen Artikeln:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/sexueller-missbrauch-ann-coffey-legt-bericht-ueber-manchester-vor-a-1000467.html

Nachdem das NY-Video (meiner Meinung nach ein Fake) so viel Aufmerksamkeit erregt hat, muss mit einer entsprechenden Berichterstattung aus England weitergemacht werden (man schmiede das Eisen, solange es heiß ist ...). Komisch, dass sich Frauen bei dieser permanenten Belästigung überhaupt noch aus dem Haus trauen!

Persönlich möchte ich dazu anmerken, dass ich in einer Großstadt gelebt habe. Ich kann mich jedoch nicht daran erinnern, je eine Belästigung von Frauen in all den Jahren überhaupt bemerkt zu haben. Entweder war ich blind und taub, oder sie fanden einfach nicht statt.

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Auch das NY-Video ist dann heute noch Thema bei SPON. Es sind die üblichen "Kommentare", welche angeblich auf das Video folgten, einschließlich diverser Morddrohungen an ihre persönliche Email (ach, die kennt jeder?). 65.000 Kommentare bei YouTube, von denen viele kein Verständnis zeigten (oder schlicht das Video als Fake erkannten), usw. usf...

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/shoshana-roberts-morddrohungen-wegen-belaestigungsvideo-a-1000099.html

Was davon wirklich glaubwürdig ist, überlasse ich dem geneigten Leser!

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Tatsächlich kommt dann doch noch ein Artikel - naja, eine Bilderstrecke - darüber, was Männer so täglich erleiden müssen:

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-kohleindustrie-in-griechenland-fotostrecke-120653.html

Die Tatsache, dass die Lebenserwartung dieser Bergleute zehn Jahre unter dem griechischen Schnitt liegt, findet dann tatsächlich auch bei einem dieser Bilder Erwähnung.

So, dass war der 01. November 2014. Morgen dann die Ergebnisse des heutigen Tages.

Euer Andreas

Kommentare:

  1. Gute Idee! Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.
    Ich frage mich allerdings, wie man diese Einzelrezensionen zu einem Gesamtbild verdichtet, z.B. am Monatsende.

    Um eine Statistik machen zu können, wäre es sinnvoll, jeden Artikel zu klassifizieren, z.B.
    - ob er relevante Informationen ausläßt (ja/nein)
    - ob er insgesamt ein einseitiges Bild liefert (ggf. auf einer numerischen Skala, die den Grad der Einseitigkeit ausdrückt)
    oder ähnlich. Jedenfalls Merkmale, von denen man am Ende ohne großen Aufwand den Durchschnitt bilden kann.

    Natürlich müßten alle thematisch einschlägigen Artikel erfaßt werden, auch die neutralen oder sogar diejenigen, die Interessen von Männern in den Vordergrund stellen. Sonst kommt hinterher die Kritik, hier würden selektiv passende Einzelfakten herausgefischt (also interessengeleitete Forschung wie bei den Gender Studies, die deswegen auch keiner ernst nimmt).

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    1. Ich werde mal darüber nachdenken. Mal sehen, wie viel Zeit ich zwischen Arbeit und Familie erübrigen kann.

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  2. Hervorragend! Nehmen Dich mal bei http://nicht-feminist.de/bloguebersicht/maennliche-blogs/ in die Liste!

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